Infos zu Shimshal


 

Shimshal ist eine der abgelegensten Dorfgemeinschaften von Pakistan. Das Dorf liegt im Nordosten des Regierungsbezirkes Gilgit-Baltistan (vormals Northers Areas) von Pakistan, ca. 50 km Luftlinie von der chinesischen Grenze und etwa 210 km von Gilgit, der Bezirkshauptstadt entfernt. Durch einen verheerenden Bergabbruch im Januar 2010 verwandelte sich der Hunza-Fluß in einen großen Stausee, der mit kleinen Booten überquert werden muss. Die Reise von Shimshal nach Gilgit dauert 1 - 1 1/2 Tage je nach Wetter. Im Winter ist die Region wegen des geschlossenen Khunjerab-Passes nach China und des gefrorenen Sees vom restlichen Pakistan abgeschnitten.

 

Auf der Skizze ist die ungefähre geographische Lage von Shimshal zu erkennen.

 

Bis Oktober 2003 war dieses Dorf nur in einem etwa dreitägigen Fußmarsch mit zahlreichen Flussdurchquerungen durch Schluchten und über Moränen und Gletscher erreichbar.

Heute führt eine 56 km lange, abenteuerliche Jeep-Piste in das auf 3.000 Meter gelegene Shimshal. Kurz nach Passu zweigt diese Jeep-Piste vom Karakorum Highway (KKH), der in weiten Strecken entlang der alten Seidenstraße verläuft und die Verbindungsstraße Pakistan-China darstellt, ab und man fährt etwa 3 Stunden durch eine grandiose, urgewaltige Gebirgslandschaft.


 

Shimshal-DorfIm Shimshal-Tal (siehe rechts) wohnen, umgeben von vielen Bergen (6.000er und 7.000er), in 4 Teilorten ca. 3.000 Menschen in traditionellen Steinhäusern mit Flachdächern, verputzt mit Lehm, die meist aus einem größeren Raum ohne Fenster bestehen. Durch ein Loch in der Decke zieht der Rauch des Ofens ab, mit dem gekocht und geheizt wird. Es gibt über Monate keinen Strom, da der Fluss, der ein kleines Kraftwerk betreibt, zu wenig Wasser führt oder im Winter zufriert. Sanitäre Anlagen sind kaum existent.

 

 

Die Shimshalis leben hauptsächlich von selbst angebautem Getreide (Weizen, Gerste), Gemüse, Kartoffeln, Obst (Aprikosen, Äpfel) und den Produkten ihrer Tiere.

Die Ernährung ist sehr einseitig und vor allem im Winter sehr vitamin- und mineralstoffarm.

 

Hochweide Shuwart

 

 

 


Während die Männer die Felder bestellen,  leben die Frauen im Sommer (Mai bis Oktober) mit Schafen, Ziegen und Yaks auf den Hochweiden des Pamirs auf bis zu 4.800 Meter (siehe rechts). Auch hier ist die Versorgung mit frischen Lebensmitteln nicht sicher durchführbar. Viele Frauen kommen geschwächt von den Hochalmen zurück.

 

 

 

Die Shimshalies gehören zum Volk der Wakhi mit ihrer Sprache gleichen Namens und sind Ismaeliten. Sie leben eine sehr moderne Form des Islam, sind weltoffen und sehr interessiert an anderen Kulturkreisen. Die Frauen leben nicht in Purdah (hinter Mauern), sie verrichten Arbeiten auch im Freien und müssen keinen Schleier tragen.

Viele männliche Shimshalies verdingen sich als Hochträger oder Bergführer für ausländische Bergsteiger um in einer kurzen Trekkingsaison Geld zu verdienen. Die Shimshalies sind als Bergsteiger für ihre Zähigkeit und Zuverlässigkeit auch über die Grenzen des Landes hinaus bekannt.

Leider mussten Anfang August 2008 beim K2-Unglück 2 Shimshalies ihr Leben lassen.

 

Wir haben die uneingeschränkte Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Heiterkeit der Shimshalies bei unseren Reisen sehr genossen. Wir haben zusammen gesungen, getanzt, waren stets willkommen und gern gesehene Gäste. Es war sehr leicht, sich sicher und wohl zu fühlen und ein wunderbares Erlebnis, diese unverdorbenen, warmherzigen und offenen Menschen erleben zu dürfen.